In der Regel handelt es sich bei unseren Segelfluggeländen um artenreiche Grünlandgesellschaften in extensiver Nutzung.

 

Extensivgrünland sind freie Flächen.

Wirtschaftsgrünland sind Flächen zur Durchführung des Flugbetriebes. ( S. a. Anlage 1 zur SBO - Einteilung der Betriebsflächen. )

 

Unbestrittene Voraussetzung für den Betrieb eines Segelfluggeländes ist, dass der Sicherheit in jedem Fall Vorrang gegeben werden muss.

 

Deshalb muss dieses Gelände aber nicht zwangsläufig wie ein Fußballrasen oder ein Golfplatz aussehen.

 

Wir sind hier in der Pflicht eines Bewirtschafters, welcher sich an die Regeln zum Schutz von Flora und Fauna im Rahmen bestehender Natur - und Tierschutzgesetze zu halten hat.

 

Es ist i. d. R. so, dass die Pflege von Freiflächen weniger Probleme bereitet, weil diese in der Nutzung des Geländes keine oder eine untergeordnete Rolle spielen und sich oft selbst überlassen bleiben. Um Verbuschung zu verhindern, werden sie meistens nur einmal und oft spät im Jahr gepflegt.

 

Problematischer sind dagegen die Betriebsflächen. Aus Sicherheitsgründen wird hier schon frühzeitig - besonders bei den Start - und Landebahnen, den Rückholwegen und Seilstrecken mit den Mäh - oder Mulcharbeiten begonnen. Da diese in gewissen Zeitabständen unter Berücksichtigung der Entwicklung der Vegetation wiederholt werden, sind dem Artenreichtum bereits enge Grenzen gesetzt.

 

Hilfreich ist bei diesen Arbeiten ein gesundes Augenmaß unter Berücksichtigung der erforderlichen Sicherheit im Flugbetrieb. Mähen und Mulchen der Pflanzendecken etwa 10 cm (besser 15 cm) über dem Boden erscheint für viele Betriebsflächen durchaus als ausreichend.

 

Wird aus Sicherheitsgründen bei Start - und Landebahnen - abhängig vom Flugzeugtyp und / oder ortsspezifisch - unter dieser Richtgröße geblieben, so sollte dieses Maß auch konsequent über die gesamte Vegetationsperiode hin eingehalten werden. Da solche Flächen kaum oder keinen Schutz bieten, werden sie von Tieren gemieden.

 

Die Naturschutzbeauftragten / Naturschutzorganisationen kennen i. R. die ortspezifische Zusammensetzung / Kartierung der örtlichen Flora und Fauna. Manchmal auch der Jagdausübungsbeauftragte. Eine Rückfrage bei diesen Fachleuten kann verhindern, dass durch fehlerhaft terminierte Pflegemaßnahmen wertvolle und in ihrem Bestand gefährdete Pflanzenarten vernichtet werden und Wildtiere zu Schaden kommen.

 

Ich empfehle die Zusammenarbeit mit diesen Fachleuten, weil sich in der Vergangenheit gezeigt hat, dass dies eher zur Erhaltung unserer Fluggelände geführt, diese Fachleute Mitverantwortung übernommen haben und uns damit helfen unsere Fluggelände unter Beachtung Ihrer Empfehlungen zur erhalten. Ist erst einmal ein Ordnungswidrigkeits- oder Strafverfahren eingeleitet, ist es dazu zu spät.

 

Vorschläge:

 

Feldhasen, Rehkitze, Rebhühner, diverse Bodenbrüter und Kleinsäuger aber auch Amphibien und Insekten müssen nicht unbedingt durch unsere Mäh - und Mulchgeräte getötet werden, wenn wir einige Dinge beachten.

 

  • Frühzeitig den Jagdpächter informieren.

  • Die Naturschutzbeauftragten der Kommunen befragen. Diese Fachleute können Auskunft über Setz- und Brutzeiten, Wander- und Laichzeiten sowie Aktivitätsschwerpunkte von Tieren geben.

 

Auch für uns gilt das Tierschutzgesetz...

 

§ 1

Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder

Schäden zufügen.

 

....

  • Höhere Schnitttiefe schützt Wiesenbrüter.

  • Mit dem Mähen in der Mitte der Flächen beginnen, damit ein seitliches Ausweichen möglich ist. Möglichst Randstreifen stehen lassen.

  • Spätere Schnitte - ab Mitte Juli - verhindern Verluste in der Brut und Aufzuchtphase.

  • Wenn möglich in Teilstücken mähen.

  • Auch alte “ Hausmittel “ bewähren sich wie
    Aufhängen von Flatterbändern, Plastiktüten, Luftballonen und alten CDs, Begehen der Flächen vor Beginn der Arbeiten.

  • Anbau von Streicheinrichtungen vor der Maschine in Arbeitsrichtung.

 

Der Lebensraum Segelfluggelände darf nicht zur ökologischen Falle für Wildtiere werden, er ist Nahrungs- deckungs- und Reproduktionshabitat. Regungsloses Verhalten vieler Tiere bei Gefahr, z. B. durch die Mähmaschine, entspricht deren angeborenem “ Feind - und Konfliktvermeidungsverhalten “.

 

Zeiträume der Gefährdung einzelner Arten

 

Rehe Mai - Juni

Hasen März - September

Rebhuhn , Wachtel Mai - August

Weihe, Ammer Mai - Juli

Lerche April - Juli

Igel April - September

Eidechse, Blindschleiche, Ringelnatter April - September

Frösche , Kröten März - August

 

Genauere art- und gebietsspezifische Informationen erhältlich bei den jeweiligen Beauftragten für Naturschutz und Naturschutzbehörden - Organisationen.

 

 

Weitere Hinweise für Segelfluggelände in “ Flora - Fauna - Habitat “ Lebensräumen finden Sie unter:

http://www.fauna-flora-habitatrichtlinie.de

dort verweise ich auf die Anhänge I -

 

Exakte Angaben zu FFH - Gebieten finden Sie für Ihr Bundesland unter:

http://www.ffh-gebiete.de

 

Ein Blick auf diese Karten bei der Flug - und Streckenplanung kann u. U. auch die Landung in einem solchen sensiblen Gebiet verhindern.

 

Karl Lichtenberger

 

Auf Antrag des Deutschen Aero Club hat das Umweltbundesamt den Förderzeitraum für die bundesweite Einführung des Sport-Audit-Luftsport bis zum 29. Februar 2012 verlängert.


Seit dem Sommer 2010 stehen hierfür die vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit die für das Projekt einschließlich der Personalkosten bereitgestellten Fördermittel zur Verfügung. Denise Kluge ist weiterhin Ansprechpartnerin für unsere Luftsportvereine, die sich über das Projekt informieren wollen. (Tel. 0 531/23540-29; Fax. 0531/23540-11; Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)


Der Luftsportverband Rheinland-Pfalz hat das Thema „Sport-Audit-Luftsport zusätzlich in das Programm seines Vorstände-Seminars am 10. Dezember im Verbandszentrum Bad Sobernheim aufgenommen. Darüber hinaus übernimmt der Landesverband die Grundkosten für die ersten zehn seiner Mitgliedsvereine, die sich an dem Projekt beteiligen.


Dem Wunsch nach Vereinfachung der Teilnahme an dem Projekt und dem Ausfüllen von Unterlagen sowie einer papierfreien Lösung zum Bearbeiten der Basischecks wurde zwischenzeitlich im Zusammenhang mit einer Datenbank, die die Verwaltung von teilnehmenden Vereinen und Auditoren erleichtern soll, ein Basischeck zum Online-Ausfüllen entstanden. Vereinen wird hier die Möglichkeit geboten die Fragebögen direkt am PC zu bearbeiten, Nachweise, wie Fotos, hochzuladen und alles abzuschicken. Zugang erhalten registrierte Nutzer der projekteigenen Homepage www.sport-audit-luftsport.de über den Button "Interner Bereich".
(ms)

 

Eigentlich hatte die kürzlich zur "Blume des Jahres 2008" gekürte Nickende Distel (Carduus nutans) ihre Standplätze im ländlichen Raum mit seiner Vielzahl unversiegelter Teillebensräume und Strukturen zwischen Hof- und Gebäudebereich, entlang von Mauern und Hecken. Doch heute machen dort die Veränderungen, und insbesondere Versiegelungen der Nickenden Distel mit ihrer herben Schönheit das Überleben immer schwerer. Inzwischen stufen bereits mehrere Bundesländer die Art sogar nach Rote-Liste-Status 3 schon als gefährdet ein.
Umso erfreulicher ist die Feststellung, dass der Lebensraum der Nickenden Distel als Pflanze der ausdauernden Ruderalfluren auf Segelflugplätzen und Modellfluggeländen und in deren näheren Nachbarschaft nahezu ungestört ist. Dort bleibt auch die Gemeinschaft mit der zugehörenden Fauna erhalten. Die oft unberechtigt als "Unkraut" verschriene Carduus nutans bietet nämlich Insekten und Vögeln wichtige Lebensgrundlagen. Sie ist somit Nahrungshabitat für Schmetterlingsraupen, Insektenlarven und die Körnerfresser unter den Vögeln.
Die in der Jahresmitte zur Blüte kommende Nickende Distel ist auch Futterpflanze für viele Falterarten, sowie Bienen- und Hummelweide. Das Wissen um diese Werte fördert natürlich bei Natursportlern wie Segel- oder Modellfliegern auch die nachhaltige Bereitschaft zum sorgsamen Umgang mit Flora und Fauna. (ms)

Nickdistel

Bild: Schwalbenschwanz auf einer Nickenden Distel (Foto Gisela König)

Erfahrungen eines Modellflugvereines und des BUND miteinander.

Das Modellfluggelände des Luftfahrtvereines Grünstadt e.V. liegt im Naturpark Pfälzerwald, in einem internationalen Vogelschutzgebiet und in einem Trockenrasenbiotop. Wir haben ca. 100 aktive Mitglieder, auf unserem Platz werden fast alle Sparten des RC-Modellfluges betrieben.

Anfang 2005 gründete der BUND eine Ortsgruppe in Grünstadt. Bald danach gingen Gerüchte hinsichtlich der Zukunft unseres Modellflugplatzes um. Für uns als neue Vorstände eine schwierige Situation.

Ein Zeitungsartikel über die Gründungsversammlung des BUND-Grünstadt brachte Rat.
Der Schlusssatz dieses Artikels lautete:
"Sollten Sie weitere Fragen zu den Aktivitäten des BUND Grünstadt haben, wenden Sie sich an Herrn ...)
Das haben wir getan. Wir stellten per E-Mail unseren Verein und dessen Aktivitäten im Naturschutz vor.
Die Antwort kam sofort, der BUND Sprecher zeigte sich verwundert darüber, dass eine Modellfluggruppe so offen auf eine Naturschutzgruppe zugeht. Gleichzeitig wurden Bedenken wegen Lärm und Menschenansammlungen in der freien Natur geäußert. Aber es wurden auch gemeinsame Interessen aufgezeigt. Es gab aber diesen besonderen Satz: "Wir sollten respektvoll aufeinander zugehen".


Wir Modellflieger und der BUND Grünstadt blieben in Kontakt, es wurde ein Exkursionstermin auf unserem Gelände und dem angrenzenden, ausgedienten Camp der US Army vereinbart.
Am Tage der Exkursion war auch der zuständige Landespfleger anwesend, mit dem die Modellflieger viele Naturschutzaktionen abstimmen. Er wusste, dass wir Modellflieger auch etwas für die Natur übrig haben und kannte unsere bisherigen Aktionen. Es war für uns Modellflieger sehr interessant zu sehen, was die Natur um den Modellflugplatz zu bieten hat. Es begannen Gespräche mit den Vertretern des BUND. Wir erfuhren, dass um unseren Platz sehr seltene Pflanzen wachsen. Es gab auch geschichtliches, geologisches u.s.w. Es war ein Nachmittag voller interessanter Informationen.
Die hauptsächliche Erfahrung für uns war aber, dass die "Naturschützer" nette Menschen sind, mit denen wir über Probleme und Lösungen reden können und die auch für unsere Modellfliegerprobleme ein offenes Ohr haben. Natürlich sagten uns die Vertreter des BUND auch, was an unseren Tätigkeiten nicht passt, diese Punkte waren berechtigt und sind heute abgestellt. Zwei Vorstandsmitglieder unseres Modellflugvereines wurden Mitglieder beim BUND. Seitdem treffen wir uns zu den monatlichen BUND-Sitzungen. Wir lösen u.a. gemeinsame Probleme, die den Modellflugplatz und das schützenswerte Gelände in seiner Umgebung betreffen.
Beispielsweise haben wir den Umwelt- und Naturschutz als Verpflichtung für jedes Mitglied in unsere Platzordnung aufgenommen, wir haben das Einlaufen von Motoren und den Umgang mit Treibstoff geregelt und vieles mehr. Heute arbeiten wir an der Seite des BUND gegen illegales Befahren der schützenswerten Rasenflächen um unseren Flugplatz. Wir planen gemeinsame Entbuschungsaktion auf unserem Gelände, wir legen zusammen einen Wildacker an usw. Fliegerisch hat sich durch die Anwesenheit einer Naturschutzorganisation auf unserem Gelände nichts geändert.
Es funktioniert also doch mit den Modellfliegern und den Naturschützern! Wir fühlen uns durch den Rat und die Hilfe des BUND sicherer im Umgang mit der Natur. Wir bereuen unseren unkonventionellen Schritt, auf eine Naturschutzorganisation zuzugehen, in keiner Weise !
Der BUND Sprecher brachte es damals auf den Punkt, indem er schrieb : "... Wir sollten respektvoll aufeinander zugehen". Diesem Satz ist nichts hinzuzufügen.

Den Modellflugvereinen können wir Grünstadter Modellflieger die enge Zusammenarbeit mit Naturschutzorganisationen und den zuständigen Landespflegebehörden sehr empfehlen.

Weitere Informationen und entsprechende Kontaktadressen unter www.lvg-modellflug.de.

Volker Schledorn
Modellflugreferent des Luftfahrtvereines Grünstadt e.V.

 

Das sagen Harald Schwendtker, Vorsitzender der BUND-Kreisgruppe Bad Dürkheim und Walter Steiner, Sprecher der BUND-Ortsgruppe Grünstadt

"Ja, da haben wir uns nun als diejenigen zu präsentieren, die zunächst skeptisch aber doch neugierig diese Kooperation für den BUND in die Wege geleitet haben und nun praktisch umsetzten wollen.
Dass auf der Seite der Modellflieger soviel Skepsis vorhanden war und sogar die Existenz des Modellflugplatzes in Gefahr gesehen wurde, ist uns zunächst gar nicht bewusst gewesen, veranlasst uns aber nun zu einigen Gedanken über unser Bild, das wir in der Öffentlichkeit abzugeben scheinen.
Natürlich müssen wir Naturschützer häufig unbequem sein, wenn es darum geht, einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit der Natur einzufordern. Aber natürlich können wir die Interessen der Menschen nicht außer Acht lassen, seien sie wirtschaftlicher Art oder bei der Ausübung ihrer Freizeitaktivitäten. Wir würden sonst in einer abgehobenen Sphäre agieren, ohne die Menschen mitzunehmen. Unser Einfluss wäre minimal. Nein, bei aller Festigkeit in der Durchsetzung unserer Umweltschutz- und Naturschutzziele sind die Diskussionen und die Kooperationen mit Menschen, die andere legitime (!) Interessen vertreten oder Schwerpunkte setzen, unerlässlich, um durchsetzungsfähig zu bleiben und die Menschen zu überzeugen, dass der sorgsame Umgang mit der Natur und unseren natürlichen Ressourcen zu ihrem Wohle ist. Auch dass die Natur schon einen Wert an sich darstellt und nicht nur zur Nutzung oder gar Ausbeutung dient, muss immer wieder kommuniziert werden.


In diesem Sinne ist auch unsere Zusammenarbeit mit den Modellfliegern am Grünstadter Berg zu sehen. Wir freuen uns, dabei behilflich sein zu können, den Naturschutzgedanken in diese Gruppe zu tragen und mit gemeinsamer Arbeit in konkreten Projekten umzusetzen. Der Erfolg unserer neuen Aktivengruppe in Grünstadt wird auch wesentlich vom Erfolg dieser Zusammenarbeit abhängen.
Rein menschlich gesehen freut es uns, dass wir als ganz normale Menschen akzeptiert sind. Unsere Öffentlichkeitsarbeit muss sich wohl auch darum kümmern, das Bild der Verbände und der in ihnen engagierten Menschen in der Öffentlichkeit zu verbessern.
Insofern haben wir gemeinsam in Grünstadt einen tollen Anfang geschafft.
Und um die Frage im Titel zu beantworten:
Natürlich wird es mit den Modellfliegern und Umweltschützern gut gehen!"